TYP XXI Das Modell Teil 1

Der erste Kontakt war zufällig. 1990 bei einem ungeplanten Besuch in Bremerhaven sah ich U2540 im Museumshafen schwimmen, das letzte Exemplar vom Typ XXI. Aus den Informationen der Museumsbroschüre entstand auf Millimeterpapier eine erste Zeichnung im Maßstab 1:50.

Zum Geburtstag erhielt ich die Planrolle von Fritz Köhl für das Boot. Dazu kam noch das Buch „Vom Original zum Modell“ und die Arbeit konnte beginnen. Bei diesem Maßstab ist das Modell 1,53 m lang, max. Durchmesser 14 cm, Gewicht ca.13 kg.

     Länge: 153 cm
•    Breite: 13,5 cm
•    Verdrängung: 13 kg
•    Tiefenruder: hinten gesteuert über Lage/Tiefenregelung
•    Seitenruder: Spatenruder
•   Tauchsystem: 2 Kolbentanks mit zusammen 1,2 l

Es entstanden in den nächsten zehn Jahren immer im Winter ein Heck- und ein Mittelteil mit Deckeltechnik und vielen halbfertigen Einzelteilen. XXI 001

Ruder, Ausfahrgeräte, Geschütztürme und anderer Kleinkram. Aber bis dahin hatte ich aber noch kein funktionsfähiges Modellboot fertig bekommen uns wenig Ahnung über das Innenleben von U-Boot Modellen. Also wurde erst einmal mein uraltes VII C schwimm- und tauchfähig gemacht um etwas im Wasser zu sehen. Über das Internet fand ich weitere U-Boot Modellbauer und die Möglichkeit sich auszutauschen und viele gute Ideen zu klauen.XXI 002


Aber erst wurden noch zwei Hajen Boote gebaut. Und die funktionierten dann auch zur Zufriedenheit. Mit dem XXIer ging es nur langsam weiter. Das Konzept wurde vollkommen umgekrempelt. Das noch fehlende Bugteil wurde nach bewährter Methode hergestellt. Der Kern aus Styrodur. (Foto 02) Glatt geschliffen und gespachtelt und in einen Abguss aus Gips hineinlaminiert. Die Deckeltechnik wurde weitgehend durch zwei vertikale Verschlüsse ersetzt. In das Bug- und das Heckteil wurde je eine Art Druckkörper einlaminiert. Die Abdichtung mit dem Mittelteil erfolgt über je einen O-Ring in einem selbst gebauten Ring aus GfK. Der Druckkörper des Mittelteils besteht aus einem 50 cm langen 125-er Abflussrohr. Dadurch ist es in diesem Bereich wie das Original ein echtes Zweihüllenboot.
Heck
Im Heck geht es bei den Ruderanlenkungen sehr eng zu. Daher mussten sowohl für das Seitenruder als auch das Tiefenruder zusätzliche Hebel eingebaut werden. Das ist keine so glückliche Lösung aber vielleicht fällt mir mit der Zeit noch etwas Besseres ein. Abgedichtet werden die Durchführungen mit je einem O-Ring. Die Antriebswellen laufen bei diesem Typ um 2° V-förmig auseinander. Um diesen Winkel auszugleichen habe ich zwei Wellenkupplungen aus dem Innenleben einer biegsamen Welle gefertigt. XXI 006

Auch unter Belastung bei den gegenläufigen Propellern hat sich diese Lösung gut bewährt. Es ist auf jeden Fall viel leiser als die Kardangelenke, die ich zunächst eingeplant hatte. Um an diese Verbindungen zu kommen gibt es hier noch einen Deckel im Druckkörper. Die 220 mm langen Antriebswellen sind in Buchsen und Kugellagern gelagert und werden mit je einem Simmerring abgedichtet. Als Antriebsmotoren kommen zunächst zwei Billigausführungen zum Einsatz. Da ich mit den Propellern und der Drehzahl noch ein wenig herum experimentieren will, ist für eine endgültige Lösung noch Zeit und Platz vorhanden. Um an die Runderanlenkungen und Wellendurchführungen dran zu kommen, geht es auch hier im schlanken Außenschiff nicht ohne Deckel.XXI 013


Mitte
Die Außenhülle des Mittelteils ist horizontal knapp unter der Wasserlinie geteilt. Im unteren Teil ist das Abflussrohr befestigt. Im mittleren Teil ist ein Segment von 21 cm Länge aus dem Rohr herausgeschnitten und mit einer 8 mm PVC-Platte und zwei kleinen Endstücken wieder verschlossen worden. In der Platte befindet sich ein 70 mm Loch als Aufnahme für ein Turmdruckrohr in dem später einige Ausfahrgeräte untergebracht werden sollen. 

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                                                                                                                       Der Verschlussring wird hergestellt

In diesem Bereich des Abflussrohres ist auch die Verbindungsstelle zwischen den Technikgerüsten der Bug- und Hecksektion.
Auf dem oberen Teil der Mittelsektion ist die Turmhülle festgeklebt. Da auch dieses Teil noch aus der ersten Bauperiode stammt wird hier noch einiges geändert werden müssen. Dieser Bereich wird zusammen mit den Ausfahrgeräten sicher erst als letzter Schritt fertig gestellt.
Bug
Im Bugteil ist zunächst nichts Bewegliches vorhanden. Die vorderen Tiefenruder habe ich komplett weggelassen. Der Platz dafür und für die nötigen Servos und Gestänge sind aber bereits vorhanden. Entsprechende Gewichte sind an den passenden Stellen mit Silicon eingeklebt. Damit später die Trimmung nach den Änderungen nicht komplett durcheinander gerät. So etwas habe ich auch im Turmbereich gemacht. Die meiste Arbeit haben der GHG Balkon und die Flutschlitze um die Verkleidungsklappen der Torpedorohre gemacht.XXI 020


Fazit
Durch die vielen nachträglichen Änderungen im Heck und Mittelteil gibt es viele Schnitt- und Klebestellen die nachträglich gespachtelt werden mussten. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen alles beiseite zu legen und komplett neu zu machen. Aber dazu waren mir die bereits fertig gestellten Teile und die damit verbrachte Zeit einfach zu schade. Die vertikalen Verschlüsse in die Sektionen im Bug und Heck habe ich einlaminiert und danach erst die Technikgerüste gebaut. Auch diese Reihenfolge war falsch. Bei einer umgekehrten Reihenfolge hätte ich mir viel Arbeit beim nachträglichen Ausrichten ersparen können.
Das Boot wird die Nummer 3503 bekommen. Das Original ist 1945 in schwedischen Gewässern gesunken. Wurde 1946 geborgen und fuhr eine Tag unter schwedischer Flagge. 1946/47 wurde es in Göteborg demontiert. Viele Neuerungen dieses Typs sind in den nachfolgenden Jahren als Änderungen in die vorhandenen schwedischen U-Boote übernommen worden.

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Das fertige Boot in drei Teilen

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